Aspekte des Mythischen am Beispiel von Robert Musils Kakanien
Schlagwörter:
Musil, Kakanien, Mythos, Dekonstruktion, UtopieAbstract
Nach allgemeinen theoretischen Überlegungen über die ästhetischen und künstlerischen Dimensionen des Mythischen in der Moderne und bei Musil wird dem Mythos vom mehrsprachigen und multikulturellen Kakanien im Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ nachgegangen. Dabei werden solche Mythos-Erscheinungen anvisiert, die die Dekonstruktion des Mythischen bei Musil veranschaulichen: die Mythisierung der habsburgischen Staatsideologie, des Kaisers, der übernationalen Kulturgemeinschaft und der Sprachenpolitik in Österreich-Ungarn. Angesprochen wird auch die Frage, wie sich bei Musil Mythos und Utopie aufeinander beziehen.
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