Überzeitliche Vorbildlichkeit der klassischen Werte
die Position Emil Staigers in den 1930er – 1950er Jahren
Schlagwörter:
Emil Staiger, antimoderne und klassische Werte, Goethes „Novelle”, deutsch-schweizerische Freundschaft,, Michail LifschitzAbstract
Gegenstand der Analyse sind Schriften von Staiger aus den 1930er und 1950er Jahren. Ziel ist es aufzuzeigen, worin die antimoderne Ausrichtung seines Konzepts besteht. Sein Konzept wird in Beziehung zum Begriff der „engagierten Literatur“ betrachtet. Präsentiert wird Staigers Position in zwei Vorträgen aus dem Jahr 1937, deren Gegenstand die deutsch-schweizerische Freundschaft im geistigen Leben ist. Ich stelle fest, dass für Staiger das Werk Adalbert Stifters von Bedeutung ist, aufgrund der Verbindung von künstlerischer Form und Moralität, von Ordnung und Kunsthaftigkeit und begründe, dass es möglich ist, Staigers Interpretationen einer grundlegenden Position der Theorie des sozialistischen Realismus gegenüberzustellen. Gerade das unhistorische Verständnis des Klassischen kann zur Unterstützung einer totalitären Gesellschaftsordnung herangezogen werden, deren Ziel es ist, ihre Macht zu verewigen und die Geschichte zum Stillstand zu bringen.
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